Sonntag, 8. November 2015

Kunst kommt von Können! - Sonderaustellung Francisco de Zurbarán (1598 - 1664)


Ein herzliches Vergelt's Gott! an den Blogger von "et nunc", der die Ausstellung zum spanischen Künstler Zurbarán in der Düsseldorfer Kunsthalle empfahl, mit weiteren Info´s hier.

Agnus Dei - Zurbarán
Für 12 € Erwachsene, Kinder bis 7 Jahre frei, wird eine beeindruckende Gesamtschau des hierzulande wenig bekannten spanischen Malers Francisco de Zurbarán geboten. Die Werke wurden aus der ganzen Welt in Düsseldorf zusammengeführt und zeigen großformatige (weil zumeist für Kirchen und Klöster entworfene) Kunstwerke. Zurbarán, der ein Zeitgenosse des bekannteren Diego Velasquez war, war berühmt für seine Liebe zum Detail und sein meisterhaftes Spiel mit Licht und Schatten. Den Besucher überkommt vor manchem Bild das verwunderte Bedürfnis, z.B. den samtenen Saum eines Chormantels anfassen zu wollen, da es so echt wirkt, dass es mit der Realität zu verschwimmen scheint. Die Gesichtsausdrücke der dargestellten Personen weisen auf die Fähigkeit des Künstlers, die religiöse Botschaft seiner Bilder nachempfinden zu können: Zurbarán galt als tief gläubiger Katholik.

Schmerzlich bleibt wie bei jedem Museumsbesuch die Erinnerung, dass die Altarbilder und andere Darstellungen im Museum hängen und ihren eigentlichen Dienst in den Kirchen nicht mehr erfüllen dürfen.

Eine sehr zu empfehlende Ausstellung, die dem Betrachter den gesamten katholischen Kosmos vor Augen führt. In der Düsseldorfer Kunsthalle hier (bis 31.01.2016), die man durchaus mit Kindern aufsuchen kann!

Video: Francisco de Zurbarán... 


"Cristo en la Cruz", Francisco de Zurbarán

Sonntag, 25. Oktober 2015

Eindrücke der interdiözesanen Wallfahrt nach Maria Engelport 2015

Vollbesetzt war der Bus, der sich mit Pilgern aus Kevelaer und Mönchengladbach auf den Weg nach Maria Engelport machte. Komplettiert wurde die Pilgergruppe von Wallfahrern aus Bonn, Paderborn, Essen und Frankfurt, so dass über 50 Freunde der tridentinischen Liturgie den Marienwallfahrtsort gemeinsam besuchten.

Bei sonnigem Pilgerwetter zeigte sich der Hunsrück in leuchtenden Herbstfarben von seiner schönsten Seite. Zu Beginn der Wallfahrt stellte Hochwürden van den Hout den Tag unter den Schutz des Erzengels Raphael, dessen Festtag (24. Oktober) auch beim heiligen Messopfer in der Kirche von Maria Engelport gefeiert wurde. 




Nach dem gemeinsamen Mittagessen in einer nahegelegenen Gaststätte begrüßte der Kanonikus die Pilger im Kloster Maria Engelport. Er gab eine interessanten Überblick über das Institut Christus König und Hohepriester und die Anbetungsschwestern des königlichen Herzens Jesu, welche das Kloster bewohnen. Zwei Anbetungsschwestern freuten sich nicht nur über den mitgebrachten Honigkuchen, sondern besonders über zwei Kerzen, die im Kevelaerer Heiligtum bereits zu Ehren der Muttergottes entzündet worden waren.



Bei Kaffee und Kuchen wurde uns ein amerikanischer Neuprieser des Instituts vorgestellt, der - als unvorhergesehener Höhepunkt der Wallfahrt - den Gläubigen bei der anschließenden Eucharistischen Anbetung seinen wertvollen Primizsegen spendete. Eine kurze Besichtigung der Lourdesgrotte rundete den Besuch ab, bevor wir am späten Nachmittag die Heimreise antraten.






Es war ein schöner und interessanter Tag, der Einblick in die vielfältige Welt der tridentinischen Liturgie gewährte.
Der Dank geht einerseits an den Organisator dieser Wallfahrt und andererseits an den begleitenden Pfarrer und an die Schwestern von Maria Engelport, die den Teilnehmern einen inhalts-, abwechslungs- und segensreichen Tag ermöglicht haben.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

InterdiözesaneTageswallfahrt nach Maria Engelport


Wallfahrt
der Freunde der Liturgie in der außerordentlichen Form
des Römischen Ritus,
(Tridentinischer Ritus)
aus Mönchengladbach
und Kevelaer
 zum
(bei Treis-Karden an der Mosel),
am
 
 
Samstag, 24. Oktober 2015
um 11Uhr
 
Abfahrt in Kevelaer
am Parkplatz Kroatenstr.
um 6:45 Uhr.
+
Zustieg der Pilger aus Mönchengladbach:
bei der Kirche Heilig Kreuz,
am Parkplatz Luisenstr./Ecke Alexianerstr.
um 7:45 Uhr.
 
Die geistliche Leitung der Buswallfahrt
liegt in den Händen von
Hochw. H. Rudolf Van den Hout.
 
 
Nach der Ankunft unserer Wallfahrtsgruppe beim Kloster und einer kurzen Vorbereitungszeit wird in der Klosterkirche die Heilige Messe zelebriert. 
 
Anschließend bringt uns der Bus (wer möchte, kann aber auch zu Fuß gehen) zur ca. 1,1 km entfernten Gaststätte Pulgersmühle, wo jeder der möchte, nach Be-lieben Speisen kann.
 
Nach der Rückkehr vom Mittagessen erhalten wir eine geistliche Ermunterung, sowie fachkundige Infor-mationen über das Kloster und unsere Gastgeber, die „Anbetungsschwestern des Königlichen Herzens Jesu“.
 
Zwischenzeitlich bleibt den Pilgern die Möglichkeit zum Spaziergang, zum stillen Verweilen und zum Gebet in der Kirche, oder auch zum Besuch des Klosterladens.
 
Gegen 16 Uhr folgt eine Andacht oder das Rosenkranz-gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligen.
 
Danach beginnt die Rückreise.
 
Die Ankunft in Kevelaer
ist gegen 20 Uhr vorgesehen.
 
+
 
Das Kloster Maria Engelport (porta angelica) liegt am Rande des Hunsrücks im Flaumbachtal in der Nähe von Treis-Karden (Mosel). Es wurde um 1220 von Zister-zienserinnen gegründet. Aus wirtschaftlichen Gründen musste es schon bald wieder aufgegeben werden.
 
Doch konnte ein zweiter Gründungsversuch bereits 1262 erfolgen. Es entstand ein Kloster für die Nonnen des Prämonstratenserordens. Im Jahre 1802 mussten die Ordensfrauen wegen des Kulturkampfes in Deutschland das Kloster verlassen; es verfiel zu einer Ruine.
 
100 Jahre später, im Jahre 1903, übernahmen die Hünfelder Oblaten (OMI) das Anwesen als land-wirtschaftliches Gut. Sie errichteten die heutigen Gebäude, einschließlich der Kirche. 2013 verließen die Hünfelder Oblaten, nicht zuletzt wegen spürbarer Überalterung der Gemeinschaft, das Kloster Maria Engelport.
 
Im Januar 2014 zogen die „Anbetungsschwestern des königlichen Herzens Jesu“ in die leer stehenden Gebäude und verhalfen dem Kloster zu neuem Leben. Die An-betungsschwestern sind der weibliche Zweig des „Institut Christus König und Hoherpriester“.
 
Maria Engelport war und ist ein Wallfahrtsort, an dem die Muttergottes und ihre Mutter, die heilige Anna, verehrt werden. Außerdem befindet sich in der Kirche eine Reliquie des heiligen Bischofs und Ordensgründers (der Hünfelder Oblaten) Eugen von Mazenod.
 
+ + +
 
Für die Busreise ab Kevelaer stehen 48 Plätze zur Verfügung.
Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.
+
Voraussichtlich beträgt der
Fahrpreis 19 Euro.
+
Anmeldungen
sind persönlich möglich
bei Frau Van der Wouw (für Kevelaer)
und Herrn Bürger (für Mönchengladbach).
Sie können sich aber auch unter den folgenden
Email-Adressen anmelden:
Gabriele.v.d.Wouw@web.de
wallfahrt.kath.mg@gmail.com
 
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  Gebe Gott ein gutes Gelingen!
+
Maria mit dem Kinde lieb,
uns allen Deinen Segen gib. Amen.
 +++ 


Standort  Kloster Maria Engelport:


Freitag, 25. September 2015

Umbauarbeiten an einem Hochaltar

beeindruckend im Zeitraffer, das Ergebnis kann sich sehen lassen:







Bischofssynode zu Ehe und Familie und der Heilige Thomas Morus


"Mehrheiten sind für die Erkenntnis der Wahrheit und vor allem für den Weg der Gerechtigkeit nicht unbedingt maßgebend, im Gegenteil... Sehr oft ist es gut und richtig, zur Minderheit zu gehören, ja, zu einer verschwindenden Minderheit!"

hl. Thomas Morus


Diese moralische Standfestigkeit, die der heilige Thomas Morus zur Verteidigung der Ehe zwischen Mann und Frau mit dem Leben bezahlte, wünschen wir auch den teilnehmenden Bischöfen und Kardinälen bei der kommenden Bischofsynode im Oktober in Rom.

Alle, die das Leben und Wirken des heiligen Thomas Morus nicht kennen, sei der folgende sehenswerte Film von 1966 empfohlen:

Freitag, 11. September 2015

14. Sept. In Exaltatione S.Crucis (Fest Kreuzerhöhung)




Unterricht für das Fest der Erhöhung des heiligen Kreuzes


(14. September)

  
Was ist das für ein Fest?
Dieses Fest ist das jährliche Gedächtnis, das das Kreuz, an welchem Christus gestorben, in der von Konstantin dem Großen und seiner Mutter, der hl. Helena, zu Jerusalem erbauten heiligen Kreuzkirche zur öffentlichen Verehrung wiederaufgestellt, nachdem es vierzehn Jahre in Persien zurückbehalten gewesen.
 

Wann ist dies geschehen?
Dies geschah unter dem Kaiser Heraklios (+641), der das heilige Kreuz, welches von dem Perserkönige Cosroes nach Persien gebracht worden war, nach vierzehn Jahren wiedereroberte, nach Jerusalem zurückbrachte und selbst auf den Kalvarien trug, auf den es der Heiland getragen hatte. Als Heraklios angetan mit dem kaiserlichen Schmucke, aus Ehrfurcht das heilige Kreuz an den bestimmten Ort tragen wollte, konnte er dasselbe nicht weiterbringen, bis er auf Anraten des Patriarchen Zacharias den kaiserlichen Schmuck ablegte, sich schlecht kleidete, die Schuhe auszog und auf solche Art sich dem demütigen Heiland gleich machte.

Was sollen wir hieraus lernen?
Dass wer immer Christo ähnlich werden und ins Himmelreich eingehen will, vorerst sein Kreuz auf sich nehmen, die Pracht der Welt von sich entfernen, und in Demut und Geduld ihm nachfolgen müsse. Konnte schon beim Tragen des heiligen Kreuzes der Kaiser nicht an die bestimmte Stelle gelangen, weil er ein prächtiges Kreid trug; wie viel weniger wird der Christ bei weichlichem Leben in das Reich Gottes eingehen können?

Die heilige Messe.
Eingang wie am Feste der Auffindung des heiligen Kreuzes. (3. Mai)

Gebet der Kirche. O Gott! Der Du uns heute durch die jährliche Feier der Erhöhung des heiligen Kreuzes erfreuest; wir bitten Dich, verleihe uns, dass wir, die wir dessen Geheimnis auf Erden erkannt haben, de Preis seiner Erlösung auch im Himmel zu erhalten gewürdigt werden. Durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unseres Herrn. Amen.

Lesung wie am Feste der Auffindung des heiligen Kreuzes. (3. Mai)
 
Evangelium nach dem hl. Johannes. (Jo 12, Vers 31-36)
In derselben Zeit sprach Jesus zu den Scharen der Juden: Jetzt ergeht das Gericht über die Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgestoßen. Und ich, wenn ich von der Erde erhöhet bin, werde alles an mich ziehen. Das sagte er aber, um anzudeuten, welches Todes er sterben werde. Da antwortete Ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetze gehört, dass Christus ewig bleibe; wie sagst Du denn: der Menschensohn muss erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? Jesus aber antwortete ihnen: noch eine kurze Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habet, damit euch nicht Finsternis überfalle; denn wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wohin er geht. Glaubet an das Licht, solange ihr das Licht habet, damit ihr Kinder des Lichtes seid.

Was ist zu verstehen unter den Worten: „Jetzt ergeht das Gericht über die Welt?“
Der hl. Augustinus sagt: „Der Teufel besaß das Menschengeschlecht und behielt, vermöge der Sündenhandschrift, die der Strafe Schuldigen; er herrschte in den Herzen der Ungläubigen und schleppte die Betrogenen und Gefangenen dahin, dass sie den Schöpfer verlassend, das Geschöpf verehrten. Aber durch den Glauben an Christus, welcher durch dessen Tod und Auferstehung bestätigt worden ist, durch Christi zur Vergebung der Sünden vergossenes Blut werden Tausende der Gläubigen von der Herrschaft des Teufels befreit, dem Leibe Christi eingefügt und unter seinem so großen Haupte als treue Glieder durch den heiligen Geist belebt. Das nannte er das Gericht. Diese Aussonderung, diese Vertreibung des Teufels von seinen Erlösten.“

Was bedeuten die Worte: „Wenn ich erhöht sein werde?“
Christus versteht darunter seinen Tod zur Erlösung aller. Er wollte mit diesem Ausdruck andeuten, dass man sich an seinem Kreuztode nicht ärgern soll, da er ja eine Erhöhung, ein Sieg sei, der Sieg über die Herrschaft des Satans.

Was sagen die Worte: „Werde ich alles an mich ziehen?“
Das heißt: Christus wird durch seinen Tod am Kreuze alle, Juden und Heiden, dem Satan entziehen und mit sich vereinigen. „Ziehen“ sagt Jesus, um die Gewalt, womit der Satan unter seiner Dienstbarkeit zurückhält, ferner unter Unvermögen, uns aus eigener Kraft von dem Satan loszumachen, und endlich die Notwendigkeit seiner Gnade anzudeuten.

Warum verstanden die Juden die Worte von der Erhöhung nicht?
Das Gesetz und die Propheten reden zwar von der ewigen Herrschaft Christi, aber nicht minder deutlich von seinem Leiden und Sterben. Den Juden aber war das Kreuz ein Ärgernis; sie wollten nur von einem glorreichen Messias etwas wissen. Diese Verblendung war Schuld, dass sie die Rede Jesu, so wie die Prophezeiungen des alten Bundes nicht verstanden.

Was bedeuten die Worte: „Wandelt, solange ihr das Licht habet etc.“?
Das ist eine Warnung Jesu vor der Verblendung, und eine Mahnung, die Augen dem offenbaren Lichte seiner Lehre und seiner Wunder nicht zu verschließen. Bei den Juden war diese Mahnung umsonst, und bei uns? O wandeln wir, solange wir noch das Licht haben, wie lange noch, und die Nacht des Todes bricht über uns herein.

Gebet. O Herr Jesus Christus! Der Du uns am Stamme des Kreuzes von der Dienstbarkeit des Teufels befreit hast, erhöre uns arme Sünder, die wir von diesem heilsamen Zeichen des heiligen Kreuzes unsere Sünden erkennen und flehentlich um Verzeihung derselben bitten. Wir bitten Dich, Du wollest uns um Deines bitteren Leidens und Sterbens willen vor allem Übel und allen Gefahren behüten, dass wir in der Kraft Deines Todes der Arglist des bösen Feindes widerstehen und, von dem ewigen Tode befreit, das ewige Leben erlangen mögen. Amen.

Unterricht von der Kreuzweg-Andacht.

Was ist der heilige Kreuzweg?
Eine Andachtsübung, bei welcher man das Leiden und Sterben Jesu, besonders seinen letzten Lebensgang vom Hause des Pilatus bis zum Kalvarienberg betrachtet.

Wie ist diese Andacht entstanden?
Die beständige Überlieferung zeugt hierfür, dass nach Christi Himmelfahrt die zu Jerusalem wohnenden Christen, die durch das Leiden des göttlichen Erlösers geheiligten Orte besonders zu ehren pflegten. In späteren Zeiten eilten die Christen aus allen Welten Gegenden scharenweise zum Besuche derselben hin. Nachdem aber Jerusalem in die Hände der Ungläubigen gefallen und deshalb der Weg dahin äußerst gefährlich oft unmögllich geworden war, fingen die Söhne des hl. Franziskus von Assissi an, in ihren Kirchen die vierzehn Stationen des Kreuzweges aufzurichten, bei deren Betrachtung die Gläubigen im Geiste mit den Pilgern zu Jerusalem den Weg auf den Kalvarienberg gehen, erwägend, dass Jesus für die Menschen gelitten hat. Station heißt Standplatz, Ruhepunkt zur Betrachtung. Diese Andacht wurde von mehreren Päpsten geprüft, gutgeheißen, mit vielen Ablässen begünstigt und den Christen eifrig empfohlen. Man findet sie beinahe in jedem Gebetbuche.


Ist der Kreuzweg eine nützliche Andacht?
Es gibt gewiss keine nützlichere Übung für das Heil unserer Seelen, als diese. Was kann uns die Liebe Gottes und die Hässlichkeit der Sünde lebhafter vor Augen stellen, als das Leiden des Gottmenschen? Wie könnten wir noch hassen, wenn wir Jesus für seine Feinde beten hören? Wie der Weichlichkeit und Fleischeslust dienen, wen wir den göttlichen Heiland gegeißelt, mit Dornen gekrönt am Kreuze hangen sehen? Wie sollten wir gegen unser Kreuz murren, es unwillig tragen können, wenn wir bedenken, dass Jesus das Kreuz unschuldig für uns, die Schuldigen, auf sich nimmt. Wahrlich, wir würden nimmer sündigen, wir würden unsere Lauigkeit und Kälte verschwinden sehen, wie das Eis in der Wärme zerschmilzt, wir würden immer eifriger auf dem Tugendwege werden, sofern wir das Leiden Jesu recht betrachten.

Wie soll man den Kreuzweg besuchen?
Um den Kreuzweg recht zu besuchen und wahren Nutzen daraus zu ziehen, soll man aufmerksam, mit Andacht und Reue bei jeder Station betrachten, was Jesus für uns getan und gelitten hat. Man soll nämlich nicht bloß die bei jeder Station angegebenen Gebete und Betrachtungen hersagen, sondern dabei gleichsam ausruhen und zu Herzen nehmen, was da vorgestellt wird, damit unser Herz gerührt und zu heilsamen Entschlüssen bewogen werde. Um die Ablässe zu gewinnen, muss man sich befleißen, im Stande der Gnade zu sein; also wenigstens gleich anfangs eine vollkommene Reue über seine Sünden erwecken.

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R. P. Leonhard Goffine, Ord. Praem.

Unterrichts- und Erbauungsbuch oder
Katholische Handpostille
108. Auflage von 1912