Donnerstag, 26. Juli 2018

Offener Brief an seine Exzellenz Bischof Dr. Helmut Dieser

Sehr geehrter hochwürdigster Bischof Dieser,
mit Entsetzen haben wir von dem künstlerischen Wettbewerb "Ein neues Kleid für Maria" im Aachener Dom erfahren. Die Muttergottes zu schmücken ist unser aller Anliegen, nur leider wird  anhand der Ausschreibung des Domkapitels schnell klar, aus welcher Richtung der Wind weht. Modern muss es sein und alltäglich.

Exzellenz,
moderne, gescheiterte Existenzen kennen wir zur Genüge, Alltag haben wir alle schon genug. Es sind nicht die Menschen populär, die ein Leben führen wie wir alle. Das Besondere erregt Aufmerksamkeit, zeigt einen neuen Blickwinkel und ermöglicht einen Blick auf ein Leben außerhalb des Hamsterrades. Die Muttergottes ist so ein Wink des Himmels, sie ist für so viele von uns real existierende Schönheit, Würde, konkrete Hilfe. Sie ist nicht so wie wir, sie ist die Jungfrau ohne Makel und voll der Gnade. Sie ist eben keine alltägliche Frau! Das ist keine Flucht aus dem Alltag, es ist ein Weckruf, sich nicht mit dem Alltag und den Anforderungen von Beruf und ausschweifendem Privatleben zufrieden zu geben.
In einem Augenblick, in dem viele Menschen spüren, dass das moderne Europa am Scheideweg steht, brauchen wir niemanden, der sich mit uns gleich macht, zu uns in die "Gosse" kommt und auf diesem Level mit uns Händchen hält. Wir brauchen eine Mutter, eine Kaiserin, die alles in ihrer Macht stehende tut, um uns aus der "Gosse" herauszuholen.
Maria, die Kaiserin von Aachen ist keine Projektionsfläche für moderne Meinungen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die Kaiserin von Aachen eine starke Fürsprecherin ist. Während der Sedisvakanz im Bistum Aachen haben wir Gläubigen der tridentinschen Messe in Mönchengladbach für unseren neuen Bischof gebetet (Siehe dazu unsere Internetseite vom 05. Januar 2016.) und zum Gebet aufgerufen.

Bitte antworten sie nicht, dass die Kirche zu jeder Zeit die Kunst beauftragt und befruchtet hat. Dass sie selbst Nutznießer neuer Strömungen war und es immer Meckerer gegeben hat, die einfach nicht ihre Ängste aus dem Kopf bekommen haben. Wie gerne würden wir Ihnen zustimmen. Aber mal ehrlich: die Berichterstattung der lokalen Printmedien und des Fernsehen und vor allem die Zusammenarbeit der Initiatoren zeigt leider, dass es nur eine Marschrichtung gibt für diese Kunst. Maria im Bikini, im Hosenanzug, als spitzbrüstiges Playmate. Wo ist die klarstellende Presseerklärung des Domkapitels? Wir bedauern, dass es bereits so viele schmerzhafte Kunstaktionen in Deutschland und Europa im kirchlichen Kontext gegeben hat, die unsere Befürchtung stärken. So gerne würden wir darauf vertrauen, dass es den Initiatoren darum geht, Maria zu ehren. Die bisher vorliegenden Dokumente lassen uns befürchten, dass es eine ideologisierte und tendenziöse Auswahl getroffen wird.

Wir bitte Sie inständig diese Kunstaktion zu stoppen. Hochwürdigster Herr Bischof, es gibt uns schwer zu denken, dass ausgerechnet der Aachener Dom, der für die Bildung der abendländischen Kultur zentral prägend war und ist, vom ersten Augenblick an immer der Kaiserin von Aachen geweiht war, jetzt mit Tür und Tor der Ideologie der zeitgenössischen Kunst geöffnet wird. Als Hüter der wichtigsten Marien- und Jesusreliquien ist der Dom die frühste Keimzelle des christlichen Europas. Dessen müssen wir uns heute wieder bewusst werden, damit die katholische Kirche nicht das letzte bißchen Boden unter den Füßen verliert, auf dem sie heute so wackelig steht.
Mit Ihnen im Gebet verbunden,


Ihre tridentinische Messe Mönchengladbach

Ave Maria Kaiserin,
Hilfe der Christen,
bitte für das Dir geweihte Bistum,
besonders für den Bischof,
alle Priester und Gottgeweihten
und ganz besonders
für ein christliches Europa. Amen.

1 Kommentar:

  1. Alles schon sehr seltsam. Zum einen erscheint mir das Kleid absolut angemessen und würdig (vor dem geschilderten Hintergrund allemal) und nicht armselig. Beweis: Wäre es unangemessen und armselig (= „zeitgemäß“), würde es ja nicht verändert werden ;-) .
    Dass zum anderen einige (zum Teil schlicht widerliche) Varianten überhaupt diskutiert werden sollen, zeigt, auf welches Niveau unsere Zeit gesunken ist. Dass eine Religion, welche ihre eigenen ehrwürdigen Statuen lustvoll zu schänden bereit ist, bei vielen Moslems keinerlei Respekt, sondern vielmehr Abscheu hervorruft, muß dann nicht verwundern...

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